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Das Team „Offene Kirche“ besuchte das Landesamt für Denkmalpflege in Dresden


6. April 2026

Am 29. Januar 2026 reisten wir als 18-köpfige Gruppe nach Dresden, um im Ständehaus, dem heutigen Oberlandesgericht am Schloßplatz die Jahresausstellung „Gebautes Vermächtnis – Bewahrtes Gedächtnis“ zu besuchen.

Dr. Stephan Fensch hatte eine Führung durch einen fachkundigen Mitarbeiter des Hauses organisiert, welcher die öffentlich zugänglichen Ausstellungsräume im Erdgeschoß und die darin gezeigten Archivalien kommentierte sowie die Entwicklung dieses Landesamts von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart erklärte. Als jüngstes Stück wurde eine historische Straßenlaterne der eingestürzten Carolabrücke aufbewahrt.

Wesentlicher Besuchsgrund waren historische Ansichten der Schloßkirche im Foyer und extra für uns ausgelegte Archivmappen mit Grundrissen und Schnittdarstellungen des zum Schloss umfunktionierten Klosters vor der Gemeinde-Gründung im Jahr 1866. Zahlreichen Dokumenten lag eine Vermessung des Schlosses um 1836 zugrunde. Darin wurde die Fremdnutzung der Kirche belegt, unter anderem war die Wohnung des einstigen Salzverwalters dargestellt. Ein Relikt aus vermutlich dieser Zeit lagert noch heute im Kirchturm: die Antriebseinheit aus Gusseisen zum Heben schwerer Lasten. Wer aus unserer Mitte mit Interesse an der Historie und handwerklichem Geschick würde sich an eine Restaurierung wagen, um das Stück später für eine Präsentation aufzubereiten?

Viel gäbe es noch zu erkunden. Doch lasst uns nicht zu viel zurückschauen, sondern das Gemeindeleben stärken, dass trotz proklamierter „Kirche im Wandel“ eine neue Zweckentfremdung oder gar Umwidmung für immer ausgeschlossen bleiben, „zur Ehre Gottes und der Gemeinde zum Segen“, wie es auf der Marmortafel im Vorraum der Schloßkirche zu lesen ist.

Am Nachmittag konnten wir noch die erst kürzlich restaurierte Schlosskapelle von 1553 im Residenzschloss Dresden besichtigen. 
Doch bereits 1737 wurde die von Anfang an evangelische Kirche aufgelöst, umgebaut und das wertvolle Gewölbe abgebrochen. Die Schloss-Führerin schilderte mit Fachkenntnis und Leidenschaft die aufwendige Restaurierung des Gotteshauses im Stil der Renaissance mit Schlingrippengewölbe, wie es wohl auch der Kapellmeister Heinrich Schütz erlebt haben mag. Anders als in unserer Schloßkirche blieb das dortige Schlingrippengwölbe unverputzt, so dass die Anordnung der Ziegel zwischen den Rippen deutlich sichtbar sind.

An beiden Besichtigungen nahm auch unsere vormalige Pfarrerin Frau Führer aus Dresden teil. Wir sollen alle Bekannten der Gemeinde herzlich grüßen. Mit der Rückfahrt per Zug ging ein erlebnisreicher Tag zu Ende. 

Dietmar Moritz